Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 271118 - 26.11.2018

DGB: Weihnachtsgeld bringt nicht der Weihnachtsmann!

Auch Teilzeitbeschäftigte und MinijoberInnen haben Anspruch

Simmern…Es ist November und rund 55 Prozent der Beschäftigten in Deutschland bekommen Ende des Monats Weihnachtsgeld. Allerdings ist der Anspruch darauf keine Selbstverständlichkeit, sondern muss erkämpft werden. Vor allem Gewerkschaftsmitglieder und Beschäftigte mit Tarifvertrag erhalten diese Sonderzahlung. Beschäftigte sollten sich daher gewerkschaftlich organisieren, rät Kay Wohlfahrt, DGB-Kreisvorsitzender im Rhein-Hunsrück-Kreis und Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Boge in Simmern.

Weihnachtsgeld ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Erfindung der Gewerkschaften

Denn: Gesetzlich geregelt ist der Anspruch auf Weihnachtsgeld nicht. Er kann sich nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag, betrieblicher Übung oder dem Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben. Anders gesagt: Weihnachtsgeld wird nicht vom Weihnachtsmann gebracht, sondern muss erkämpft werden, auch heute noch.

Mehr Sonderzahlungen für Gewerkschaftsmitglieder

Die nackte Zahlenlage zum Weihnachtsgeld zeigt, wie wichtig die Gewerkschaftsmitgliedschaft für die Chance auf diese Sonderzahlung ist. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hat jüngst die aktuelle Auswertung des Lohnspiegels von über 90.000 Beschäftigten veröffentlicht. Demnach bekommen gut 55 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Weihnachtsgeld. Aber: Während 77 Prozent aller Beschäftigten mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld bekommen, gibt es ohne gewerkschaftliche Tarifvereinbarung nur für 42 Prozent die Sonderzahlung.

Weihnachtsgeld auch für Teilzeitbeschäftigte und in Minijobs

Wichtig gerade auch im Rhein-Hunsrück-Kreis mit einer sehr hohen Teilzeitquote: Weihnachtsgeld steht auch Teilzeitbeschäftigten zu. Das Weihnachtsgeld berechnet sich bei Teilzeit anteilig – im Verhältnis der jeweiligen reduzierten Arbeitszeit zur Vollzeitbeschäftigung. Das gilt auch für geringfügig Beschäftigte wie z.B. Minijobs oder ähnliche.

Gewerkschaftseintritt lohnt sich

Daher der nützliche Tipp vom DGB-Kreisverband zum Fest: Beschäftigte sollten sich gewerkschaftlich organisieren, prüfen ob der eigene Betrieb tarifgebunden ist und in den eigenen Arbeitsvertrag schauen. In der Regel steht dort, ob Weihnachtsgeld gezahlt wird oder nicht. Bei rechtlichen Fragen hilft konkret der DGB Rechtsschutz oder die eigene Gewerkschaft.

„Eins ist jedenfalls klar. Wer Weihnachtsgeld auf seinem Wunschzettel hat und nur auf den Weihnachtsmann vertraut, guckt häufig in die Röhre“, so Kay Wohlfahrt abschließend.

 


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