Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 301016 - 30.10.2016
Politische Unterstützung vor dem Mantelsonntag

Dreyer spricht sich für den Erhalt der freien Sonntage aus

DGB-Vorsitzender Simon und DGB Kreisvorstand Bad Kreuznach begrüßen die Aussagen der Ministerpräsidentin zum Sonntagsschutz – Haltung der Stadt und von OB Kaster – Meurer stehen im dazu im Widerspruch kritisiert der DGB

 

Die lokale Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der DGB Bad Kreuznach und die Gewerkschaft ver.di hatten im Vorfeld des Mantelsonntags einer Genehmigung durch die Stadtverwaltung widersprochen. Erfolglos, obwohl die in diesbezüglichen Urteilen des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts genannten Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht gegeben sind. Deshalb werden sie unter der Losung: „Leben ist mehr als Arbeit, Konsum und Geld verdienen! Nein zur Sonntagsöffnung!“ auch am 29. Oktober ihren Protest in die Fußgängerzone tragen.

Nun bekommen sie Unterstützung von prominenter Seite. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, haben sich für einen weitgehenden Schutz des arbeitsfreien Sonntags eingesetzt. Das meldet das Nachrichtenportal "evangelisch.de"* wenige Tage vor dem Mantelsonntag in Bad Kreuznach. Der Sonntagsschutz berühre die Frage, wie die zukünftige Gesellschaft aussehe, sagte Dreyer am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Speyer. Menschen seien mehr als nur Konsumenten und Produzenten. Schwaetzer betonte, wenn an einem Sonntag gearbeitet werde, bedürfe dies einer sozialethischen Begründung.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin erläuterte laut "evangelisch.de" in Speyer, trotz aller kulturellen Veränderungen sei der freie Sonntag für die Gesellschaft wichtig. Für alle, die nicht unbedingt arbeiten müssten, solle der Sonntag ein Tag für Freunde und Familie bleiben. Ein solcher Freiraum sei nicht nur aus christlicher Sicht gut für die Menschen. Schwaetzer plädierte für eine neue Kultur der Muße. Der Sonntag sei eine heilsame Unterbrechung der Hektik des Alltags, die Menschen Ausgleich und Maß finden ließen.

Der DGB-Kreisvorsitzende Michael Simon reagiert auf die Stellungnahme von Malu Dreyer: "Ich freue mich sehr über diese prominente Bestätigung unserer Position durch die Ministerpräsidentin. Ich bedaure es, daß sich die Stadtverwaltung, der Stadtvorstand und somit auch die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin in dieser Frage so einseitig positioniert. Mit der Ausweitung der Sonntagsöffnung durch entsprechende Events werden die Interessen der Arbeitenden im Einzelhandel und ihrer Familienangehörigen sowie der Vereine, Kirchen, Gewerkschaften und vieler anderer mehr links liegen gelassen.“


Der Kreuznacher DGB kämpft mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in der Nahe-Region für den Erhalt der arbeitsfreien Sonntage. Aus diesem Grund hat die von beiden Partnern mit weiteren UnterstützerInnen gegründete "Allianz für den freien Sonntag" schon häufig in der Öffentlichkeit für die Sonntagsruhe gekämpft. Die christlichen Kirchen der Kreuznacher Gemeinden ließen daher auch schon mehrfach die Glocken läuten.


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