Deutscher Gewerkschaftsbund

11.10.2016

DGB und EVG Bad Kreuznach pro Hunsrückbahn

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Bad Kreuznach widersprechen dem „Bund der Steuerzahler“ bezüglich seiner Forderung, die Reaktivierung der Hunsrückbahn als angeblichen Unsinn zu beerdigen. Diesem sei wohl völlig entgangen, daß es seit Jahren längst nicht mehr nur um eine schnelle Verbindung zwischen den Flugplätzen Hahn und Frankfurt gehe, sondern um eine für die Menschen in den Kreisen Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück notwendige Infrastrukturmaßnahme. Die Kommunalpolitiker, gerade im Hunsrück, sähen in ihr auch ein Mittel gegen die Landflucht, könnte sie doch Tausenden auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Rhein-Main-Gebiet eine Alternative bieten zu den alltäglichen Staus in den Stoßzeiten oder dem Umzug ins Ballungsgebiet. Die immer wieder erhobene Forderung nach einer Straßenbrücke im Raum Bingen sei auch der Hoffnung geschuldet, via Rheingau die alltäglichen Staus auf der A 61, dem Mainzer Ring und den Rheinbrücken umgehen zu können. Dass das in Hessen auf wenig Gegenliebe stoße verwundere nicht.

Wenn diese Organisation von Mittelständlern und Freiberuflern, die sich nach außen gerne als Anwalt aller Steuerzahler darstelle, nun davon spräche, dass man mit dem Bus vom Hahn aus 20 Minuten schneller in Mainz sei als später mal mit der Bahn, dann möge das nachts zutreffen. Die Erfahrung jener, die alltäglich mit dem Auto zur Arbeit müssen, sei aber eine andere. Es komme hinzu, daß die EU gerade erst ein Klimaabkommen mit ambitionierten Zielen zur Verhinderung einer ungebremsten Erderwärmung unterzeichnet habe. Ohne eine Verlagerung größerer Teile des Berufsverkehrs auf die Schiene seien die Ziele kaum erreichbar. Daß andere reaktivierte Bahnstrecken wie z.B. jene von Alzey und Kirchheimbolanden gut angenommen würde zeige nach Überzeugung der Gewerkschafter, daß man mit der Wiederinbetriebnahme der Hunsrückbahn auch struktur- und umweltpolitisch auf dem richtigen Gleis sei.


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