Deutscher Gewerkschaftsbund

18.05.2016

Die 1. Mai Kundgebung in Idar-Oberstein

Demonstrierende Metaller - ein Redner in Höchstform und knapp 250 Besucher

von: Stefan Worst

Demonstrierende Metaller, ein Mairedner in Höchstform und knapp 250 Besucher. Die 1. Mai-Feier des DGB Kreisverbandes Birkenfeld, die unter dem Motto "Zeit für mehr Solida-rität" stand, war erfolgreich. Markus Andler, der stellvertretende Regionalleiter der IG Bau Rheinland-Pfalz/Saarland brandmarkte die Verfehlungen, die aus Leiharbeit und Werkverträgen resultieren. Es sei nicht hinnehmbar, dass Leiharbeiter schlecht bezahlt werden, es sei ein Skandal, dass sie von Firmen bevorzugt als Streikbrecher eingesetzt werden, merkte Andler, der eine Beschränkung der Leiharbeit auf maximal 10 Prozent der Stammbelegschaft je Unternehmen anmahnte, an.
"Bei den Werkverträgen herrschen mafiöse Zustände", betonte der aus dem Saarland stammende Gewerkschafter, dem es zu verdanken ist, dass die Ausbeutung von Arbeit-nehmern durch Werkverträge rund um den Bostalsee aufgedeckt wurde. "Da gab es auf einmal über dreihundert Firmenneugründungen und niemand will was gemerkt haben", führte Andler aus.
Andler stellte weiterhin fest, dass die AfD keine Partei des kleinen Mannes sei und wegen ihrer Ausländerfeindlichkeit und anderer wilden Theorien für Gewerkschafter nicht akzep-tabel sei. Gerade in der derzeitigen Diskussion um Flüchtlinge, habe die AfD die Lage deutlich vergiftet. "Es ist unsere verdammte Aufgabe, den Menschen, die vor Kriegen fliehen, zu helfen", rief Andler zu mehr Solidarität auf.
Einen Einblick über Sorgen und Nöte der hiesigen Beschäftigten gab Guido Klein. Der Betriebsratsvorsitzende der Firma Decoma Idoplas stellte klar, warum die Forderung der IG-Metall nach einem Lohn Plus von 5 Prozent gerechtfertigt ist. Unterstützung erhielt Klein von Edgar Brakhuis, erster Bevollmächtigter der IG Metall Bad Kreuznach, der die Zuhörer begeisterte. Brakhuis wies auf viele Fehlentwicklungen zu Lasten der Kommunen und der Arbeitnehmer hin und forderte schnelle Korrekturen. Auf die Probleme der Kommunen hatte zuvor der Bürgermeister der Stadt Idar-Oberstein Friedrich Marx in seinem Grußwort hingewiesen. Wir brauchen endlich eine solide Finanzierung der Kommunen, um Infrastruktur und das soziale Leben aufrechtzuerhalten, führte Marx aus.
Bevor der Liedermacher Manfred Kilius das Publikum mit toller Gitarrenmusik begeisterte, dankte der stellvertretende DGB Kreisvorsitzende Stefan Worst den Rednern und den knapp zweihundertfünfzig Zuhörern.


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