Deutscher Gewerkschaftsbund

03.05.2016

Die 1. Mai Feier in Worms

DGB

DGB-Vorsitzender Bernhard Elz DGB

Zur 1. Mai Feier der Gewerkschaften auf dem Marktplatz in Worms kamen rund 250 Menschen zusammen.

Um 10 Uhr eröffnete der DGB Vorsitzende Bernhard Elz die Maifeier und ließ Oberbürgermeister Kissel sein Grußwort sprechen. Dieser sprach über verschiedene Themen wie den sozialen Wohnungsbau, die Tarifrunde im öffentlichen Dienst und andere.

Bernhard Elz rief getreu dem diesjährigen Mai-Motto "Zeit für mehr Solidarität" auf, sich solidarisch mit den Schwachen in unserer Gesellschaft zu zeigen und warnte gleichzeitig vor den Rechtspopulisten, welche zunehmend die soziale Schieflage im Land nutzen, um Hass und Angst zu verbreiten. Auch nahm er Bezug auf die aktuelle Tarifrunde im öffentlichen Dienst und forderte einen höheren Mindestlohn

Der Mairedner Klaus Becker, Archivar aus Ludwigshafen, hielt eine außergewöhnliche Rede. Ausgehend vom Jubiläum "200 Jahre Rheinhessen" kritisierte er die Vernachlässigung der Geschichte der einfachen Leute, die Rheinhessen aufgebaut haben. Über Streitigkeiten der Landesfürsten, die Gewerkschaftsfeindlichkeit der Wormser Lederadligen Heyl, die deutsche Revolution 1848 mit großer Beteiligung der Wormser, der Gründung des allgemeinen deutschen Arbeitvereins, die untergeordnete Rolle der Wormser SPD bis 1918, die Zerschlagung der Gewerkschaften unter den Nazis, Wiederaufbau nach 1945 bis hin zu den aktuellen Forderungen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit und den Widerstand gegen TTIP führte seine ergreifende Rede.

Alfred Grimm war von Ver.di war als Vertreter der Mitarbeiterveretung der Diakonie Hessen vor Ort und skandalisierte die Sonderstellung von Kirche und Diakonie beim Arbeitsrecht und deren Weigerung mit der Gewerkschaft über Tarifverträge zu verhandeln.

Markus Kopetzky von der Arbeitsloseninitiative Worms prangerte die kommenden Rechtsverschärfungen an. Dazu wiederholte er die Kritik von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Erwerbslosenorganisationen am menschenverachtenden und "Armut per Gesetz" produzierenden Hartz4-Regime, welches SPD und Grüne eingeführt haben.

Lukas Böhm von der Stadtschüler*innenvertretung Worms forderte die Demokratisierung der Schulen. Es ist einfach nicht hinzunehmen, dass die demokratischen Rechte von Schülern so eingeschränkt sind und die Schülervertretung kaum Möglichkeiten, geschweige denn Druckmittel hat, echte Veränderungen duchzusetzen. Er warb im Anschluss für die Teilnahme an der Demonstration Schüler gegen Rechts in Worms, die auch vom DGB unterstützt wurde.

Anna Mielke vom Helfer- und Unterstützerkeis machte deutlich auf die schlechte Situation von Geflüchteten aufmerksam. Sie erzählte von den Tätigkeiten im Café Internationial in Worms und warb auch für die Demonstration.

Horst Niederhöfer ging dagegen hart mit der Wormser Politik ins Gericht und verteilte verbale Schellen für die Wormser Stadtregierung.

Christoph Keller alias "Kabarap" unterstützte mit seinem sozialkritischen Rap. Der zwanzigjährige Azubi aus Worms organisiert Events und bringt sich in verschiedene politische Zusammenhänge mit seinen parts ein.

Es beteiligten sich mit ihren Ständen die Gewerkschaften Ver.di, GEW, IG BAU, IG BCE und EVG am 1. Mai. Weiterhin haben teilgenommen: Das Bündnis gegen Naziaufmärsche, die Arbeitslosen Initiative Worms, die Arbeiterwohlfahrt, der alevitische Kulturverein, die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU, die Partei die Grünen, der Arbeitskreis für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD, Die Partei Die Linke, sowie der Helfer- und Unterstützerkreis Worms.   

Die allgemeine musikalische Untermalung übernahmen Weedy Jackson.

  

Die Demonstration der Schüler mit rund 90 Beteiligten begann gut gelaunt um 12 Uhr am Hbf und führte lautstark durch die Innenstadt zurück zum Wormser Bahnhof. Bei den Zwischenkundgebungen gab es Redebeiträge von Lukas Böhm, Anna Mielke, einem IGS-Vertreter, dem DGB und dem Bündnis Schöner Leben - Nazis stoppen. Die Redner*innen zeigten verschiedene Aspekte des aktuellen Rechtsrucks in der Gesellschaft, der Heuchelei der deutschen Regierung und der Gewalt gegen Flüchtlinge auf.   

 

Artikel vom Nibelungenkurier: http://nibelungen-kurier.de/zeit-fuer-mehr-solidaritaet/

Artikel der Wormser Zeitung: http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/worms-schueler-demonstrieren-in-der-innenstadt-gegen-rassismus_16860415.htm


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