Deutscher Gewerkschaftsbund

31.05.2017
Mit Deiner Stimme den Renten-Sinkflug stoppen!

DGB-Kreisvorsitzender Michael Simon: „Rente muss den Lebensstandard sichern“

Mitglieder des DGB-Kreisverbandes Bad Kreuznach und Aktive aus den örtlichen Gewerkschaften informieren Pendlerinnen und Pendler am Bad Kreuznacher Bahnhof zur Zukunft der gesetzlichen Rente

Der DGB-Kreisvorsitzende Michael Simon im Kreise von GewerkschaftskollegInnen aus IG Metall, EVG, NGG und GEW. Sie bildeten gegen 6.15 Uhr die „Frühschicht“ am Bahnhof.

Der DGB-Kreisvorsitzende Michael Simon im Kreise von GewerkschaftskollegInnen aus IG Metall, EVG, NGG und GEW. Sie bildeten gegen 6.15 Uhr die „Frühschicht“ am Bahnhof. DGB

 In den frühen Morgenstunden des 31. Mai sind Mitglieder des DGB-Kreisverbandes, Aktive aus den örtlichen Gewerkschaften und der DGB-Frauengruppe für eine gute Rente früh aufgestanden. Unter dem Motto „Mit deiner Stimme den Renten-Sinkflug stoppen!“ informierten sie ab 6.15 Uhr am Bad Kreuznacher Bahnhof die Pendlerinnen und Pendler über die DGB-Reformvorschläge für die Sicherung der gesetzlichen Rente.

Innerhalb von 1, 5 Stunden waren die 400 Info-Tüten verteilt, in denen neben den Informationen zur Rentenpolitik auch eine kleine Stärkung für den Morgen enthalten war. Bad Kreuznach war damit einer von rund 300 Orten bundesweit, an denen der DGB und seine Gewerkschaften vor drohender Altersarmut warnten, falls an der derzeitigen Rentenpolitik keine grundlegenden Änderungen vorgenommen werden.

Dazu Michael Simon, DGB-Kreisvorsitzender: „Die Verunsicherung ist groß, wenn es um das Thema Rente geht. Viele Menschen fürchten, für eine auskömmliche Rente länger arbeiten zu müssen oder im Alter gar zu verarmen. Wir wollen, dass sich die Menschen im Land darauf verlassen können, dass die Rente ihren Lebensstandard sichert. Nur dann ist die Rente eine gute Rente. Dazu muss der Rentensinkflug gestoppt werden! Deshalb fordert der DGB und seine Gewerkschaften, das Rentenniveau jetzt zu stabilisieren und in einem zweiten Schritt wieder auf etwa 50 Prozent anzuheben. Wir wollen, dass der Schutz der Rentenversicherung auf Selbstständige ausgeweitet und die Erwerbsminderungsrente verbessert wird. Und natürlich wollen wir, dass alle die Chance haben, gesund und aus guter Arbeit in die Rente zu gehen. Deshalb kämpfen wir für eine Absicherung der Übergänge in die Rente.“

Beim Verteilen der Tüten

DGB

Obwohl die meisten Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg zur Arbeit bzw. zum Zug wenig Zeit hatten, ergaben sich dennoch einzelne Gespräche mit den GewerkschafterInnen. So bestätigten viele, dass es für sie gar nicht möglich sei, die gesetzliche Rente durch private Altersvorsorge zu ergänzen. Dazu fehle einfach das nötige Geld. Deshalb sei die Angst, im Alter den Lebensstandard nicht halten zu können oder gar in Altersarmut zu rutschen, ganz realistisch und konkret.

Simon: „Diese Angst ist berechtigt, wenn wir an der derzeitigen Rentenpolitik keine Veränderungen vornehmen. Aber jede und jeder kann an einer Änderung mithelfen, denn im September sind Bundestagswahlen. Das ist die Gelegenheit, die Weichen neu zu stellen. Auch deswegen haben wir die heutige Info-Aktion gemacht, als politische Orientierungshilfe für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Deshalb auch das heutige Motto ‚Mit deiner Stimme den Renten-Sinkflug stoppen!‘“.

Später kamen Kolleginnen von verdi und aus der DGB-Frauengruppe hinzu, so z.B. die mit großer Mehrheit neu gewählte Personalratsvorsitzende der Stadverwaltung Bad Kreuznach, Annette Köllmeier, und die mit großer Mehrheit wiedergewählte Personalratsvorsitzende der Sparkasse, Ulrike Blitz

Später kamen Kolleginnen von verdi und aus der DGB-Frauengruppe hinzu, so z.B. die mit großer Mehrheit neu gewählte Personalratsvorsitzende der Stadverwaltung Bad Kreuznach, Annette Köllmeier, und die mit großer Mehrheit wiedergewählte Personalratsvorsitzende der Sparkasse, Ulrike Blitz DGB

Hintergrund:

Um die Beitragssätze niedrig zu halten, hatte der Gesetzgeber Anfang des Jahrtausends entschieden, das Niveau der gesetzlichen Rente kontinuierlich sinken zu lassen. Die Beschäftigten sollten stattdessen privat vorsorgen (Riester-Rente), die Arbeitgeber wurden entlastet. Aber die Erwartungen an die private Altersvorsorge haben sich nicht erfüllt. Ohne Kurswechsel droht den Beschäftigten sozialer Abstieg im Alter:

Sinkt das Rentenniveau weiter von 48 Prozent (heute) auf unter 42 Prozent (2045), müssen alle für die gleiche Rente wesentlich länger arbeiten – bei einem Lohn von 2500 Euro wären es z. B. 42 statt 37 Jahre. Und selbst dann läge die Rente nur gerade in Höhe der Grundsicherung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will das Rentenniveau sofort auf dem heutigen Stand stabilisieren und im weiteren Schritt anheben, etwa auf 50 Prozent. Mehr Informationen dazu und wie das finanziert werden kann unter www.rente-muss-reichen.de


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