Deutscher Gewerkschaftsbund

08.08.2018
100 Jahre 8-Stunden-Tag

Arbeitszeit braucht Grenzen! 8 Stunden täglich sind auch heute genug!

Mahnwache und Pendleraktion zum Schutz des 8-Stunden-Tages

Seit geraumer Zeit fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA die Abschaffung des 8-Stunden-Tags. Der DGB Bad Kreuznach nimmt die öffentliche Aufmerksamkeit, die der Verband durch die Eröffnung seiner Landeszentrale am 14. August erfahren wird, zum Anlass, sich an Politiker und Öffentlichkeit zu wenden mit der Forderung, den 8-Stunden-Tag überall zu erhalten.

Bereits am Mittwoch, dem 8. August, haben Mitglieder des DGB-Kreisvorstandes ab 6:30 Uhr ca. 500 Flugblätter am Bahnhof direkt an die Pendler verteilt. Gerade jene, die oft 2 bis 3 Stunden tägliche Arbeitswege haben, können sich gut ausrechnen, was ihnen bei bis auf 12 Stunden verlängerten Arbeitszeiten noch für den „Rest“ des Lebens bliebe.

Am 14. August ruft der DGB Bad Kreuznach gemeinsam mit der NGG zu einer Mahnwache zum Schutz des 8-Stunden-Tages in die John-F.-Kennedy-Straße nach Bad Kreuznach, vor das neue DEHOGA Gebäude auf.

 

12 Stunden Tag seids deppert

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Vor 100 Jahren wurde der 8-Stunden-Tag durchgesetzt. Vielfältigen Angriffen ausgesetzt, konnte er im Kern bis heute verteidigt werden. Das soll so bleiben, weshalb der DGB in Bad Kreuznach sich in den nächsten Wochen mit jenen auseinandersetzen will, die gerne 12 Stunden täglich arbeiten lassen würden.Dass die Befürchtungen der Gewerkschaften berechtigt sind, zeigt sich in Österreich, wo eine schwarz-blaue Regierung den Menschen bis zu 12 Arbeitsstunden zumuten will.

Je 8 Stunden für Arbeit, Leben und Schlaf, das war der Traum der Arbeiterbewegung, als noch bis zu 15 Stunden täglich gearbeitet werden musste. Wobei heute bei einem 8-Stunden-Tag die berufsgebundene Zeit mit Pausen und Wegezeiten oft bei über 10 Stunden liegt. Moderne Technik hat zwar viele körperliche Arbeiten erleichtert, vielfach aber die Arbeit verdichtet. Die Begrenzung
der Arbeitszeit ist Gesundheitsschutz, sie schafft zudem den Raum für das Private und die Teilhabe am öffentlichen Leben.

 

altes Flugblatt zum 8-Std-Tag

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Derzeit erlaubt das Arbeitszeitgesetz grundsätzlich 8 Arbeitsstunden täglich. Ausnahmsweise sind bis zu 10 möglich, wenn der Schnitt im Halbjahr 8 Stunden nicht überschreitet.

Rund um die Uhr

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Der DEHOGA will die Aufweichung des Arbeitsschutzes und die Beschäftigten bis zu 12 Stunden saisonal bei einer 6-Tage-Woche arbeiten lassen dürfen. Er bot in den aktuellen Tarifverhandlungen für Rheinland-Pfalz nur 3% auf 3 Jahre nach 6 Leermonaten an, aufs Jahr gerechnet 0,85%. Nur wenn die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einem 12-Stunden-Tag zustimme, wolle er das Angebot verbessern. Der DEHOGA ist nach gewerkschaftlicher Einschätzung hier der Vorreiter für andere Branchen.


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