Deutscher Gewerkschaftsbund

26.02.2018
DGB informiert über die Betriebsratswahlen und wirbt für Beteiligung

Mitbestimmung auch für die Standort- und Fachkräftesicherung wichtig

Annähernd 300 Info-Tüten zu den am 1. März beginnenden Betriebsratswahlen haben wir am letzten Samstag bei Eiseskälte, aber super Stimmung in der Simmerner Fußgängerzone und beim Einkaufszentrum Sonnenhof verteilt“, stellt Rita Schmitt vom DGB Rheinhessen-Nahe zufrieden fest. Mit dabei: Mitglieder des DGB-Kreisverbandes Rhein-Hunsrück und erfahrene Betriebsräte aus Betrieben der Region.

Die beteiligten Betriebsräte und KV-Mitglieder an der Aktion

Die Aktiven der Info-Aktion (von rechts nach links):
Kay Wohlfahrt, BR-Vors.Fa. Boge,
Marc Böß, BR-Vors. Basalt AG, Südwestdeutsche Hartsteinwerke und Mitglied im DGB-Kreisvorstand
Jan Inboden, BR-Vors. Fa. ERO-Weinbau,
Georg Henschel, DGB-Kreisvorstand, verdi
Gerhard Reez und Markus Schmitt, beide BR-Mitglieder bei der Deutschen Post DHL Simmern
Dirk Sitte, DGB-Kreisvorstand, GEW.
DGB

Zum Beispiel Kay Wohlfahrt, Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Boge und IG Metall-Mitglied: „Ein starker Betriebsrat mit einer starken Gewerkschaft im Rücken kann für die Belegschaft sehr viel erreichen und – wenn es hart auf hart kommt – auch Arbeitsplätze sichern. Das haben wir bei Boge bereits erfolgreich praktiziert. Dennoch ist ein Betriebsrat immer nur so stark, wie die Beschäftigten ihn machen. Deshalb: Mitbestimmen heißt wählen gehen!“

Kay Wohlfahrt, BR-Vors. Boge

DGB

Das Interesse der PassantInnen an den DGB-Informationen sei gut gewesen. Fast alle Angesprochenen haben sich auf ein Gespräch zum Thema eingelassen. „Dabei haben wir aber mit Erschrecken festgestellt, wie groß die Zahl der Betriebe immer noch ist, in denen es gar keinen Betriebsrat gibt, so Gerhard Reez, Mitglied im Betriebsrat und in der Schwerbehindertenvertretung bei der Deutschen Post DHL in Simmern.

Über die Gründe der fehlenden Mitbestimmung in so vielen Betrieben der Region lässt sich trefflich spekulieren“, so das verdi-Mitglied Reez. Es liegt sicher nicht daran, dass für die Beschäftigten überall alles rund läuft, im Gegenteil“ ist sich der erfahrene Betriebsrat sicher.

die verdi-Kollegen im Gespräch

DGB

Leider gehöre es bei manchen Firmeninhabern immer noch zum ‚guten Ton‘, demokratische Mitbestimmung im Betrieb, die Beteiligung der Mitarbeiter an den Betriebsabläufen und die Gründung eines Betriebsrates als ‚Teufelszeug‘ massiv zu unterbinden, stellt Rita Schmitt vom DGB fest. So gerade wieder aktuell bei der Firma Bohr geschehen.

„Das ist rückwärtsgewandtes Denken, mit dem auf Dauer kein Blumentopf zu gewinnen ist, geschweige denn europaweite Ausschreibungen, die die Einhaltung bestimmter Qualitätsstandards fordern, auch mit Blick auf das Personal.“

Und in Zeiten von Fachkräftemangel haben auch in der Hunsrückregion Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum Glück eine gewisse Auswahlmöglichkeit, wo sie arbeiten wollen oder auch nicht. „Gute Bezahlung nach Tarif und ein fairer Umgang mit den Beschäftigten ist die beste Methode, gute Leute zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen“, empfiehlt die Gewerkschafterin.

Betriebsräte können in Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten ArbeitnehmerInnen gegründet werden. Wahlberechtigt sind nicht nur die Vollzeitbeschäftigten, sondern auch volljährige Auszubildende, PraktikantInnen sowie befristet oder teilzeitig Beschäftigte und Aushilfen.

Dort, wo das Betriebsverfassungsgesetz Betriebsräte vorsieht, aber noch keine gewählt wurden, sind Wahlen natürlich auch außerhalb des vierjährigen Turnus möglich.

Betriebsräte setzen sich dafür ein, dass z.B. Arbeitsschutzgesetze und Tarifverträge eingehalten werden. In vielen die Belegschaft oder einzelne Beschäftigte betreffenden Fragen haben sie Mitbestimmungs- und Initiativrechte oder sind zumindest zu beteiligen, bevor Entscheidungen fallen. So z.B. bei Kündigungen, Dienst- und Einsatzplänen, Beginn und Ende der Arbeitszeit, Urlaubsplanung, Weiterbildung und vielem mehr.

Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern. Bei Problemen hilft die zuständige Gewerkschaft.

Weitere Informationen zu den Betriebsratswahlen unter: www.dgb.de/betriebsrat

 


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