Deutscher Gewerkschaftsbund

09.08.2017

Frauen überreichen Forderungen an Bundesarbeitsministerin

Übereinstimmung in wesentlichen Punkten bei Rente und guter Arbeit

Rita Schmitt vom DGB Rheinhessen-Nahe übergibt an Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Auftrag des Frauenbündnisses gegen Altersarmut den Forderungskatalog

Kaleschke

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles referierte am 4. August 2017 im Franziska-Stift in Bad Kreuznach zur Rentenpolitik und zu den SPD-Vorstellungen zur Entwicklung der Rentenhöhe, des Beitragssatzes, der Lebensarbeitszeit sowie zur EU-Rente und zur Reha.

Das sind auch die Themen, zu denen das Frauenbündnis gegen Altersarmut im Landkreis Bad Kreuznach konkrete Forderungen an die Politik entwickelt hat. Das Bündnis nahm daher die Gelegenheit wahr, der Bundesarbeitsministerin seinen Forderungskatalog am Rande der Veranstaltung zu übergeben.

"Die Ausführungen der Ministerin decken sich in hohem Maße mit den Maßnahmen, die auch die Frauen aus dem Bündnis zur Bekämpfung von Altersarmut fordern", so Rita Schmitt vom DGB Rheinhessen-Nahe, die den Forderungskatalog der Frauen überreichte.

Die Stärkung der gesetzlichen Rente ist insbesondere für Frauen wichtig

Dazu gehöre in erster Linie die Stärkung der gesetzlichen Rente, d.h. die Stabilisierung des Rentenniveaus bei derzeit 48 % mit dem Ziel, dieses perspektivisch wieder auf 50% zu erhöhen. "Die Stärkung der gesetzlichen Rente ist insbesondere für Frauen wichtig, da sie aufgrund des häufig geringen Einkommens und der oft brüchigen Erwerbsbiographie nur wenig oder gar nicht in eine private Altersvorsorge einzahlen können", so die Gewerkschafterin.

Eine gute Rente ist ohne gute Erwerbsarbeit nicht möglich

Einig sind sich die Frauen mit Ministerin Nahles auch darin, dass bei den Rahmenbedingungen und der Qualität von Arbeit einiges getan werden muss. Denn, so Nahles, eine gute Rente ist ohne gute Arbeit nicht möglich. Beispielhaft nannte die SPD Arbeitsministerin die Notwenigkeit, sachgrundlose Befristungen bei Arbeitsverträgen zu verbieten, das Rückkehrrecht in Vollzeitarbeit nach einer familienbedingten Teilzeitphase und die finanzielle Aufwertung insbesondere der Erziehungs- und Pflegeberufe - exakt die Forderungen, die auch das Frauenbündnis ganz oben auf der Agenda sieht. "Zu ergänzen wäre hier noch die Reform der Minijobs, die bekanntermaßen die Armutsfalle Nr. 1 für viele Frauen sind", führt Rita Schmitt aus.

Hier der Forderungskatalog des Frauenbündnisses in Gänze

 

Das Frauenbündnis gegen Altersarmut im Landkreis Bad Kreuznach ist auf Initiative der DGB-Frauen Anfang 2017 entstanden. Mitglieder sind neben den DGB-Frauen die Frauengruppen von IG Metall, NGG und ver.di, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Bad Kreuznach, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bad Kreuznach, die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) im Dekanat Bad Kreuznach, die Evangelische Frauenhilfe im Kirchenkreis an Nahe und Glan, die Wohnungslosenhilfe Stiftung kreuzacher diakonie Café BUNT, sowie das Projekt „inklusiv leben lernen“.

Das Ziel des parteipolitisch neutralen Frauenbündnisses besteht darin, das Ausmaß der Armut von Frauen insbesondere im Alter in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Dabei sollen die Bedingungen aufgezeigt werden, die zu Altersarmut insbesondere bei Frauen führen. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September will das Bündnis vor allen Dingen deutlich machen, was in Gesellschaft und Arbeitsleben geändert werden muss, um Altersarmut von Frauen in Zukunft zu verhindern, also politische Orientierungshilfe geben – insbesondere für Frauen.


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